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Gute Leistungen des Personals durch Lob honorieren

Loben Sie - aber richtig

Wie wir alle wissen, ist die Bezahlung in der Gastronomie meist nicht die beste. Umso wichtiger ist es, seine Mitarbeiter bei der Stange zu halten und zu motivieren. Ein ehrlich ausgesprochenes Lob zur richtigen Zeit, im richtigen Ton und am richtigen Ort kann wahre Wunder bewirken.

Für viele Menschen ist eine Anerkennung wichtiger als Geld. Lob verbindet, Lob ist emotional, Lob geht in den Bauch und nicht nur ins Gehirn, ein Lob streichelt die (vielleicht geschundene) Seele. Viele unterschätzen die Wirkung des Lobens - dabei ist es ganz simpel: Wenn Sie es schaffen, Ihre Mitarbeiter zu motivieren (und das tun Sie unter anderem mit Loben), werden Sie sie zu Höchstleistungen bringen, Sie stärken die Bindung an Ihr Unternehmen und machen sich als Arbeitgeber attraktiver. Gerade der letzte Aspekt in in der heutigen Zeit des zunehmenden Fachkräftemangels von immenser Bedeutung.

Viele Studien haben gezeigt, dass den meisten Mitarbeitern Lob und Anerkennung bzw. ein damit einhergehendes gutes Betriebsklima wichtiger ist, als die Höhe ihres Gehalts. Gerade in der Gastgewerbe verbringen wir einen erheblichen Teil unserer Lebenszeit bei der Arbeit. Da möchte es jeder einfach 'schön haben'.

Viele Chefs sind der Meinung ...
... dass ihre Mitarbeiter übermütig werden könnten, wenn sie zu oft gelobt werden. Womöglich könnten sie auf die Idee kommen und eine Gehaltserhöhung (wegen ihrer sehr guten Leistungen) einfordern.

Sicher gibt es solche Mitarbeiter - aber seien Sie versichert, dass diese in der Minderheit sind. Wollen Sie also wirklich all den guten Mitarbeitern, denen Sie mit Lob etwas richtig gutes tun können (und dem Betrieb dadurch natürlich auch), das Lob vorenthalten, nur weil einige wenige damit vielleicht nicht umgehen können? Hierauf ein klares NEIN.

Lob suchen - nicht Kritik

Leider ist es doch so - man geht durch seinen Betrieb auf der ständigen Suche nach Fehlern. Natürlich will man im besten Falle besser werden und Fehler abstellen, jedoch sollte man auch mal versuchen, nach Lob Ausschau zu halten. Wo gibt es lobenswerte Situationen, Arbeitsweisen, Zustände, Verhalten? Suchen Sie gezielt danach und Sie werden sicher fündig!

8 Tipps für das richtige Loben

Tipp #1:

Loben Sie nur, wenn Sie das Lob auch ehrlich meinen!
Es gibt unzählige Möglichkeiten, mal zwischendurch ein Lob auszusprechen. Gehen Sie in die Küche und loben Sie die Sauberkeit oder den toll angerichteten Teller. Gehen Sie in den Service und loben Sie die gute Weinberatung oder den sehr guten Tagesumsatz des Vortages. Loben Sie in der Spüle den geringeren Verbrauch an Reinigungsmitteln. Loben Sie überall dort wo es angebracht ist und Sie es wirklich aufrichtig auch meinen! Ein Lob kann wahre Wunder bewirken - versuchen Sie es!

Tipp #2:

Immer zeitlich nah an dem entsprechenden Ereignis loben
Wie unter den obigen Beispielen zu sehen, waren alle diese zu lobenden Ereignisse unmittelbar eingetreten. Sie haben also gerade gesehen und gehört wie eine Servicekraft diese tolle Weinberatung gemacht hat oder der Koch den Teller angerichtet hat. Warten Sie nicht bis zum nächsten Tag. Jeder weiß, worum es geht und dass Sie es tatsächlich auch gesehen, gehört oder erlebt haben und es somit ehrlich meinen. Geben Sie Ihren Mitarbeitern die Sicherheit, auf dem richtigen Weg zu sein. In der heutigen Zeit ist alles schnell und unmittelbar. Denken Sie nur an die Likes bei Facebooks. Ein Lob setzt Glückshormone frei und stärkt das Immunsystem.

Tipp #3:

Vermeiden Sie unbedingt ein "aber"
Lassen Sie das Lob einfach mal so stehen. Versauen Sie es nicht mit einem: "Also Ihre Weinberatung gerade war echt klasse, aber hätten Sie nicht den und den Wein auch anbieten können". Damit ist es kein Lob mehr, sondern kommt deutlich mehr als Kritik rüber.

Tipp #4:

Loben Sie von Herzen
Sagen Sie, was Sie meinen und verpacken Sie es nicht in irgendwelchen Business-Floskeln. Sagen Sie gerade heraus, dass Sie das und das toll fanden. Sagen Sie einem Mitarbeiter ruhig, dass Sie stolz sind, ihn im Team zu haben - er wird es Ihnen in Form von ausgezeichneter Arbeit zurückgeben.

Tipp #5:

Loben Sie individuell
Einen routinierten Saucier für eine gute Sauce Hollandaise in der Spargelzeit zu loben kommt sicher eher komisch an. Er würde sich eher veräppelt vorkommen als gelobt. Bei einem Jungkoch, der die Sauce das erste Mal zubereitet und sie ist lecker geworden, ist hingegen dieses Lob angebracht. Den Saucier müssten Sie dann eher für eine ganz besondere neue Kreation loben. Jeder sollte also so gelobt werden, wie es zu ihm passt. Es sollte außerdem immer den richtigen Treffen. Loben Sie also maximal erst nach dem Jungkoch den Saucier dafür, dass er diesem eine gute Ausbildung hat angedeien lassen.

Tipp #6:

Loben Sie nicht im Vorbeigehen
Damit ein Lob richtig zur Geltung kommt, muss es in Ruhe ausgesprochen werden. Nehmen Sie den Mitarbeiter kurz zur Seite und schaffen Sie einen Moment lang eine ruhige und gute Atmosphäre - auch wenn es nur eine Ecke vor dem Kühlhaus ist. Sprechen Sie das Lob nicht in Hast und Eile im Vorbeigehen aus - es verpufft.

Tipp #7:

Lassen Sie sich immer etwas Neues einfallen
Lobe können sich auch abnutzen. Wenn Sie immer die gleichen Leute für die gleichen Taten und am besten noch immer zum gleichen Zeitpunkt loben, werden diese Lobe nicht mehr ernst genommen. Am besten, Sie gehen mit offenen Augen durch Ihren Betrieb und beobachten sorgfältig (ohne natürlich als Kontrolleur zu wirken). Es wird Ihnen sicher vieles auffallen, was lobenswert ist.

Tipp #8:

Begründen Sie Ihr Lob
Ein Lob welches Sie begründen ist doppelt so wertvoll. Stellen Sie sich folgende Situation vor - Fall A: Sie loben den Küchenchef einfach nur für ein perfekt organisiertes Bankett. Das ist selbstverständlich besser, als gar nicht zu loben... aber besser: Fall B: Sie loben den Küchenchef für das perfekt organisierte Bankett und ergänzen, dass das Menü zeitlich ideal abgestimmt und das Fleisch auf den Punkt gebraten war. Ausserdem loben Sie den gut abgestimmten Ablauf mit dem Service. Das macht Ihr Lob noch glaubwürdiger und wertiger.

Danke an http://www.g-wie-gastro.de/ für die Erlaubnis des Nachdrucks.