Das gastromatic lab – Runde 4: Die Gretchenfrage nach der Lage!

Im Januar haben wir zum ersten Mal über das gastromatic lab berichtet: Ein Gründerteam. Ein Konzept mit Potenzial. Ein wandelbarer Laden, der für drei Monate zur Challenge wird. Den einleitenden Beitrag dazu findet ihr hier.

gastromatic lab

Das „Wo“ ist entscheidend

Im letzten Blogbeitrag haben wir viele Fragen gestellt, die auf einen Gastro-Gründer zukommen, denn um das gastromatic lab an den Start zu bringen, finden wir uns gerade selbst in dieser Rolle wieder. Einen essenziellen Part bildet dabei die Objekt- und Standortsuche. Wer schon mal auf der Suche nach einem Ladenlokal war, weiß genau, wovon wir sprechen. Allen anderen, die an einer Selbstständigkeit in der Gastronomie interessiert sind, aber sich damit noch nicht befasst haben, wollen wir ein wenig Arbeit abnehmen…

Was Gründer vor der Objektsuche bedenken sollten

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg einer Gastronomie ist die Lage. Jeder möchte seinen Laden in einer Straße eröffnen, die stark von Laufkundschaft frequentiert ist. Eine solche 1A-Lage ist jedoch teuer und meist auch nicht einfach zu bekommen, schließlich konkurriert man auf den Einkaufsstraßen dieser Welt nicht nur mit anderen Gastronomen, sondern vor allem auch mit der Retail-Branche. Für Vermieter sind Einzelhändler wesentlich unkomplizierter: Man benötigt immerhin keine Gastro-spezifische Haustechnik samt Fettabluftkanal, Sanitäranlagen etc., die in den meisten Fällen einen erheblichen Umbau-Aufwand mit sich bringt. Auch die Nutzungsänderungbei einer Fläche, die vorher keine Gastronomie war, ist aufwendig; der Bauantrag ist oft sehr langwierig und nur mit einem Bauflächenantragsbevollmächtigen durchführbar (i.d.R. mit einem Architekten).
Was einige Gastronomie-Gründer eventuell auch nicht wissen: Ein Mietvertrag für eine gastronomische Fläche wird häufig für die Dauer von zehn Jahren geschlossen. Man geht eine lebenseinschneidende Verpflichtung ein und sollte sich dessen bewusst sein.

Big City Life vs. Kleinstadtidylle

Gleichzeitig muss die Location auch zum Konzept passen: Ein zu „spitzes“ Konzept mit sehr spezifischer Küche (bspw. offene Küche) kann wohl nicht in jeder Kleinstadt Fuß fassen. In dem Fall lohnt sich vielleicht eher der Blick in größere Städte und aufstrebende Viertel, wo ein buntes Publikum und mehr Studierende oder Kreative ansässig sind. Doch wir wollen natürlich nicht die kleineren Städte verteufeln. In diese können Konzepte mit besonderen Alleinstellungsmerkmalen besonders einschlagen, vor allem wenn die gastronomische Vielfalt nicht wahnsinnig groß ist. Im Zentrum steht immer der Kunde, also sollte man sich erstmal die Bevölkerungsstruktur ansehen: Ist die Stadt ein Universitätsstandort? Leben hier mehr Junge oder mehr Alte, wohlhabende Menschen oder eher Durchschnittsverdiener?
Hier kann eine eigens entwickelte Markforschung mit einer Zielgruppenbefragung helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Besonders relevant sind die Parameter Geschlecht, Einkommen, Alter und Familienstand, die durch Konzept-spezifische Fragen ergänzt werden sollten.

Objekt- und Standortprofil für das gastromatic lab definieren

Was das Objekt- und Stadtortprofil für das gastromatic lab angeht, wurde uns bald klar, dass wir nach einem Objekt suchen müssen, das vorher bereits gastronomisch genutzt wurde. Eine Innenstadtlage mit fußläufiger Anbindung wird es in unserem Fall wohl eher nicht, denn wir wollen die Ausgaben so gering wie möglich halten. Bei entsprechendem Sponsoring wäre eine A-Lage natürlich einer B- oder C-Lage vorzuziehen. Hier sieht man: Je höher das Startkapital, desto besser. Unser Konzept hat jedoch absolut das Potenzial für eine gut laufende Zielgastronomie: Menschen werden neugierig auf den Laden sein und das gastromatic lab zum Ziel ihrer (Abend-)Aktivität machen. Dass wir dafür in eine der größeren deutschen Städte ziehen müssen, ist klar, denn hier sammelt sich ein besonders buntes Publikum, für das gastronomische Vielfalt fast schon eine Selbstverständlichkeit ist.

Frankfurt am Main als Homebase (?)

Ideal wäre Frankfurt am Main, da durch die Nähe zu unserem Büro eine gute Betreuungssituation der Gründerteams gegeben wäre. Zudem ist Frankfurt gastronomisch vielfältig, aber es gibt durchaus noch Luft nach oben… Wir könnten uns gut vorstellen, unseren Teil zu einer Quartiersentwicklung zu leisten. Das Bahnhofsviertel zieht nicht nur Touristen, sondern auch Büromenschen zur Mittagszeit und Nachtschwärmer sowie Studierende an, ist „Muti Kulti“, international, hip und zugleich natürlich gewachsen. Gerade hier haben sich in den letzten Jahren viele spannende Gastro-Konzepte niedergelassen, so auch einige unserer gastromatic-Kunden wie beispielsweise EatDoori, What the food?! oder Urban Kitchen auf der Kaiserstraße. Trotzdem bleiben wir grundsätzlich offen für andere Stadtteile und natürlich auch Städte. Wir sind also für Hilfe, Tipps und Vorschläge aller Art offen, sofern die Location unseren Kriterien einigermaßen entspricht. Nochmal zur Erinnerung: Die gesamte Ladenfläche sollte ca. 130-150 qm groß sein, der Gastraum inkl. Sanitäranlagen ca. 80 qm, der Küchenbereich ca. 40-50qm. Dazu noch ein kleines Lager (ca. 20qm) wäre ideal.

Wir freuen uns weiterhin über Anregungen, Kritik, Ideen und Feedback jeder Art!

Ansprechpartnerin: Valerija Schwarz

E-Mail: lab@gastromatic.de

Telefon: 06151/7877744

Eine Sache noch: Internorga 2017

Wir werden auf der Internorga unterwegs sein! Den Stand von gastromatic findet ihr in Halle B2.OG, Stand 123 (ganz easy zu merken, oder?). Wer jetzt schon weiß, dass er oder sie Interesse hat, das Projekt in irgendeiner Form zu begleiten – sei es medial, als Sponsor oder ideeller Multiplikator – findet dort alle gastromatic lab Ansprechpartner versammelt. Wir freuen uns auf ein Top-Branchenevent mit massig Austausch zum Projekt!

Valerija hat Germanistik & Romanistik studiert und schon in diversen Bereichen gearbeitet. Der gemeinsame Nenner war dabei immer Sprache/Kommunikation, ob beim Goethe Institut in New York, bei der Naming-Agentur Endmark oder bei ihrem aktuellen Promotionsprojekt. Zur Gastronomiebranche hat sie die Personalplanungssoftware gastromatic gebracht, wo sie seit August 2016 für Content und PR verantwortlich ist.