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Gastro-Podcast »Zwei zu Tisch« – Folge #17 Sophia Hoffmann (Köchin & Autorin, »Zero Waste Küche«)


In dieser Folge bitten wir die Köchin, Autorin und Aktivistin Sophia Hoffmann zu Tisch. Die erfolgreiche Influencerin aus Berlin, die derzeit im Isla Coffee Berlin kocht, ist nicht nur eine kulinarische Inspiration, sondern kämpft auch für gesellschaftliche, politische und umweltbezogene Themen. Wie gehen wir – auf der Arbeit, aber auch abseits dessen – miteinander um? Wie sollten wir zukünftig arbeiten? Wir sprechen mit Sophia über Feminismus & Frauen in der Gastronomie, Rassismus in der Branche, Nachhaltigkeit & ihr Expert*innen-Gebiet “Zero Waste”, über das sie auch ihr letztes Buch geschrieben hat. Zudem machen wir natürlich einen Schlenker zu den Folgen von Corona und holen uns Tipps, wie man trotz aller Unsicherheiten optimistisch Zukunftspläne schmiedet: Denn Sophia verfolgt trotz der aktuellen Situation den Plan, unter dem Namen “Happa” 2021 ein eigenes Zero-Waste-Restaurant zu eröffnen. Was ihr Konzept ganz konkret mit “New Work“-Ansätzen verbindet, erfahrt ihr im Gespräch.

Unser Interview mussten wir diesmal leider wieder remote führen. Aber dafür gibt es auch ein Video vom Gespräch. ? Unseren Stream findet ihr außerdem hier, auf Spotify und auf Apple Podcasts:


Ein Einblick in Sophia’s Welt (in Zeiten von Corona)

Sophia Hoffmann kocht aktuell im vegetarischen Restaurant “Isla Coffee” in Berlin. Im Küchenteam, bestehend aus fünf Frauen, herrscht viel Verständnis untereinander und es gilt das “auf Augenhöhe”-Prinzip. Zur Zeit ist sie in Kurzarbeit und ihre anderweitigen Jobs, z.B. als Speakerin, fallen ebenfalls weg – da geht es ihr zurzeit wie vielen anderen. Doch Sophia sitzt nicht herum – sie packt weiter an, arbeitet an ihrem neuen Konzept “Happa” und bereitet ein weiteres Buch vor. Zudem zieht sich ihr Aktivismus in Sachen Nachhaltigkeit, Rassismus und Feminismus stringent durch ihren Alltag, was keine Langeweile aufkommen lässt. Und wenn sie so spricht, wird klar: all ihre Themen haben auf die eine oder andere Weise mit New Work zutun und werden sich in ihrem eigenen Konzept wiederfinden.

Auch Rassismus beschäftigt sie im Privaten und Beruflichen. Sophia arbeitet mit NGOs zusammen und nicht selten sieht man sie mit einem T-Shirt, auf dem groß “REFUGEES WELCOME” steht, um sich öffentlich gegen Rechts zu positionieren.

Die Arbeit gegen Rassismus – in der Gastronomie und auch abseits dessen – ist Sophia genauso wie uns ein wichtiges Anliegen und verdient mehr Aufmerksamkeit. Daher werden wir uns dem Thema nochmal an anderer Stelle gezielt & mit mehr Fokus widmen. 

Sophia Hoffmann Nachhaltigkeit Gastronomie Zero Waste
© Henning Angerer

Zero Waste Küche

Sophia hat bereits mehrere Kochbücher geschrieben und plant schon ein neues; die Geschichte zum anvisierten Titel “Die kleine Hoffmann” hört ihr übrigens auch in dieser Folge. Darin soll es um die “Freude am Kochen” und den selbstverständlichen, nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln gehen. “Den meisten Menschen fehlt der einfache Zugang dazu, da sie womöglich anders sozialisiert sind”, bemerkt sie.

In ihrem letzten Buch “Zero Waste Küche” geht es nicht nur um nachhaltiges Kochen ganz ohne Lebensmittelverschwendung. Es ist eine Art kleines Lexikon der Lebensmittel, um erstmal ein Grundverständnis für den Umgang mit frischen Produkten zu schaffen. Sophia verrät uns einige (saisonale) Hacks daraus und die wichtigsten no-go’s rund um das Thema.

Sophia Hoffmann Gastronomie
© Henning Angerer

New-Work-Ansätze in Sophias neuem Konzept “Happa”

Das Thema Nachhaltigkeit geht für sie noch weiter: Bei ihrem jetzigen Arbeitgeber “Isla Coffee” wird in einem Kreislaufwirtschaftssystem gearbeitet. Milchreste, die nicht mehr schäumen, werden z.B. zu Ricotta verarbeitet, um nur eine von vielen Herangehensweisen zu nennen. Dieses System sieht Sophia auch für ihr eigenes Konzept vor, welches 2021 an den Start gehen soll. “Happa” soll es heißen und alle Werte vereinen, für die Sophia steht. Ein wichtiges Thema dabei: Work-Life-Balance. Neben Biozertifizierung, Fair-Trade und Mehrfachnutzung des Raums ist für sie und ihr zukünftiges Team im Idealfall eine 4-Tage-Woche vorgesehen, sofern sich das wirtschaftlich abbilden lässt.

 

Personal & der Umgang im Team

Ein respektvoller Umgang und flache Hierachien sind Sophia wichtig. Diese Einstellung ist eng mit dem Glaubenssatz verbunden, dass Strukturen nicht reproduziert werden müssen, nur “weil das schon immer so war”. Sie ist überzeugt davon, dass althergebrachte Hierarchien oft kontraproduktiv sind, weil sie ein kreatives, Neuem gegenüber offenes Arbeiten unmöglich machen.

“Viele glauben, dass es nur eine Art gibt, wie eine Küche funktionieren kann.[…] Daneben stellt sich die Frage: Was ist Kulinarik? Gibt es da nur die eine Art oder können ganz viele verschiedene Konzepte nebeneinander existieren?”

Dass es mehr Spitzenköche als Spitzenköchinnen gibt und Frauen eher abseits von fine dining vertreten sind, führt sie darauf zurück, dass andere Bereiche der Gastronomie besser mit Familie und privater Lebensführung vereinbar sind. Feministischer Aktionismus ist daher ein Selbstverständnis für sie und Netzwerke wie der Feminist Food Club in ihren Augen extrem wichtig, denn nur so entständen Räume für Erfahrungsaustausch. “Berlin ist hier sehr fortschrittlich”, bemerkt sie.

 

Und sonst?

Alles in allem ist es ein super umfangreiches und vielseitiges Gespräch geworden, in dem immer wieder klar wird: Sophias “purpose” ist aus ihrem beruflichen Leben und ihrem Dasein als Köchin nicht mehr wegzudenken. Wie Sophia außerdem zur Influencerin geworden ist,  warum sie als Köchin nach New York eingeladen wurde und wo man sie Samstag abends so trifft, erfahrt ihr im Podcast. Jetzt ganz viel Spaß beim Hören! 

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Luise Hoepfner

Podcasterin

Luise Hoepfner ist selbst Gastronomin und nun als Gastgeberin unseres Gastro-Podcasts "Zwei zu Tisch" unterwegs, um mit spannenden Menschen aus dem Gastgewerbe über New Work, Personal und Management zu sprechen. Seit 2016 nennt sie das vif im Westend – ein gemütlich-elegantes Paradies mit kleiner aber feiner Küche – ihr zweites Zuhause, wo sie ausgefallene plant-based-Kreationen & Caterings umsetzt. Als Arbeitgeberin weiß sie selbst um die Personal-Herausforderungen im Gastgewerbe und begegnet ihren Gesprächspartner*innen auf Augenhöhe und mit viel Empathie & Neugier.

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