Fahrtkostenzuschuss anstelle einer Gehaltserhöhung

In unserem letzten Beitrag sind wir auf die jährliche Deckelung der S-F-N-Zuschläge eingegangen. Diese Zuschläge sind steuerfrei und damit ein enorm effizientes Hilfsmittel, um Arbeitnehmern den Netto-Arbeitslohn aufzubessern ohne zusätzliche Abgaben zu zahlen.

Fahrtkostenzuschuss anstelle einer Gehaltserhöhung.

Es existieren auch steuerpflichtige Arbeitgeberleistungen, die sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber „lohnender“ sein können als reine Gehaltserhöhungen. Im Fokus stehen hier vor allem freiwillige Leistungen, die nach §40 Abs. 2 Satz 2 EStG pauschal durch den Arbeitgeber versteuert werden können. Der Vorteil der vom Arbeitgeber pauschal versteuerten Leistungen besteht in der SV-Beitragsfreiheit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Neben der Zulage für Mahlzeiten sind es vor allem die Fahrten zwischen der Wohnung des Arbeitnehmers und der ersten Tätigkeitsstätte, die wirksam bezuschusst werden können.

Fahrkostenzuschuss oder Gehaltserhöhung?

Im Falle des Fahrtkostenzuschusses wird der Zuschussbetrag direkt vom Arbeitgeber mit 15% pauschal versteuert. Der Mehrwert des Mitarbeiters besteht darin, dass dieser den Zuschuss ohne Abzüge ausbezahlt bekommt. Zwar kann er dann seine Fahrtkosten nicht mehr in der Steuererklärung geltend machen, hat aber insgesamt einen deutlich positiven Netto-Effekt.
Um diesen Effekt zu verdeutlichen vergleichen wir im Folgenden die reguläre Erhöhung des Bruttoarbeitslohnes um 1.500 Euro mit der Gewährung des gleichen Betrages als pauschal versteuerter Fahrtkostenzuschuss. Das zugrunde gelegte Jahresgehalt vor der Erhöhung beträgt im Beispiel 50.000 Euro.

Fahrtkostenzuschuss gegenüber Gehaltserhöhung
Tabelle: Vergleich zwischen Gehaltserhöhung und Fahrtkostenzuschuss in selber Höhe

Bei der Gehaltserhöhung bringt der Mitarbeiter die Fahrtkosten von 1.500 Euro in seiner Steuererklärung als Werbungskosten zum Abzug und reduziert damit seine steuerpflichtigen Einkünfte. Im Falle des Fahrtkostenzuschusses reduzieren die Fahrtkosten zwar nicht die zu versteuernden Einkünfte, der Fahrtkostenzuschuss wird jedoch direkt ausgezahlt und somit zum restlichen Netto addiert. So ergibt sich in diesem Fall ein Mitarbeitervorteil von fast 250 Euro durch Verwendung des Fahrkostenzuschusses anstatt der regulären Gehaltserhöhung.

Aus Arbeitgebersicht ergeben sich in diesem Fall durch Gewährung des Fahrtkostenzuschusses Kosten in Höhe von etwa 250 Euro (15% Pauschalsteuer zzgl. Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag). Die Zusatzkosten durch eine Gehaltserhöhung um 1.500 Euro würden sich durch die SV-Beiträge, die bei etwa 21% liegen, auf rund 315 Euro belaufen. Somit hat auch der Arbeitgeber einen klaren monetären Vorteil durch den Einsatz von Fahrtkostenzuschüssen.

Aufgepasst bei hohen Gehältern und Geschäftsführern!

Um von diesem Mittel der Lohnoptimierung Gebrauch zu machen sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Der Fahrkostenzuschuss ist nicht Bestandteil des Gehalts. Das heißt insbesondere, dass die Leistung nicht im Arbeitsvertrag erwähnt sein darf, da sonst die Bedingung der Freiwilligkeit nicht gegeben ist.
  • Der Zuschussbetrag darf den Betrag, den der Arbeitnehmer als Werbungskosten gelten machten könnte, nicht überschreiten.
  • Als Grundlage für die Ermittlung des Wertes dient die einfach Entfernungspauschale (30 Cent/Entfernungskilometer).
  • Zur vereinfachte Ermittlung der gesamten Zuschusssumme darf angenommen werden, dass die Arbeitnehmer monatlich an 15 Tagen und damit an 180 Tagen im Jahr Fahrten zur Tätigungsstätte unternehmen.
  • Die pauschal zu entrichtende Lohnsteuer trägt grundsätzlich der Arbeitgeber, er kann sie jedoch auch auf den Mitarbeiter abwälzen.

Eine genauere Betrachtung des Zuschusseffektes ist bei Mitarbeitern angebracht, die ein Jahresgehalt von über 74.400 Euro (West) bzw. 64.800 Euro (Ost) beziehen. Dieser Betrag stellt nämlich die Beitragsbemessungsgrenze dar, ab der die SV-Beiträge gesetzlich Versicherter nicht mehr anfallen. Damit verlieren die pauschal versteuerten Zuschüsse den Vorteil der Beitragsfreiheit ggü. einer gewöhnlichen Gehaltserhöhung und der positive Effekt ist dahin. Ähnlich ist dies bei sozialversicherungsfreien Mitarbeitern, wie zum Beispiel bei GmbH-Geschäftsführern, die nicht gesetzlich versichert sind.

Unbedingt zu beachtet ist, dass die Werbungskostenpauschale des Arbeitnehmers von derzeit 920 Euro nicht durch den Fahrtkostenzuschuss unterschritten wird. Wenn die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nicht mindestens 17 km beträgt, bleibt zu prüfen, ob der Arbeitnehmer noch andere Werbungskosten geltend macht. Ist dies nicht der Fall und die Entfernung Wohnung/Arbeitsstätte beträgt zum Beispiel nur 10km, so ergeben sich nach der Vereinfachungsregel 540 Euro (180 Tage X 10km X 0,30€), die dem Arbeitnehmer als Fahrtkostenzuschuss bescheinigt würden. Damit fiele dann die Werbungskostenpauschale in Höhe von 920€ vollständig weg! Aus diesem Grund lohnt sich der Fahrtkostenzuschuss natürlich umso mehr, je größer die Entfernung von Wohnung zu Tätigkeitsstätte ist.

 

Fahrtkostenzuschuss: Ein Fazit

Von den Fahrtkostenzuschüssen profitieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen. Die Ersparnis des Arbeitgebers liegt in der Reduktion der Personalnebenkosten von rund 21% auf nur noch knapp über 15%. Für die Arbeitnehmer gilt: Einen Zuschuss zu bekommen ist deutlich besser als nur die anfallenden Ausgaben abzusetzen. Der Einsatz pauschal versteuerter Fahrtkostenzuschüsse ist somit (fast) immer einer regulären Gehaltserhöhung vorzuziehen.

Falls Sie weitere Fragen und Anregungen haben, zögern Sie nicht sich bei uns zu melden. Wir helfen Ihnen gerne weiter!

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Angesteckt vom Start-Up-Fieber hat Christin sich in den Anfängen der gastromatic-Ära im Spätsommer 2014 gegen das Sportmanagement Masterstudium und für gastromatic entschieden. Die Chance am Aufbau eines Unternehmens mitzuwirken und die Überzeugung etwas Großartiges schaffen zu können, waren Grund genug sich ins Abenteuer zu stürzen. Als Vertriebsleiterin und Ansprechpartnerin großer Kunden bekommt Sie tagtäglich interessante Branchen-Insights, die in interessante, informative und unterhaltsame Blogartikel verpackt werden, um sie mit der #gastromaticCommunity zu teilen.