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Kennen Sie die größte Kantine der Welt?

In unserem heutigen Artikel geht es um das Thema „Essensmarken“. Aber wie ist der Zusammenhang zwischen Essensmarken und der größten Kantine der Welt zu sehen?

Freiwillige Arbeitgeberleistungen wie Fahrtkostenzuschüsse, Warengutscheine, Essensmarken etc. lassen sich flexibel miteinander kombinieren, sodass ein individuelles „Leistungspaket“ pro Mitarbeiter zusammengestellt werden kann, welches als günstiger Ersatz zu einer klassischen Gehaltserhöhung gesehen werden kann.

Im letzten Beitrag unserer Serie „steueroptimierte Alternativen zur klassischen Gehaltserhöhung“ haben wir den 44 Euro-Warengutschein näher beleuchtet und dessen Vorteile anhand einer Beispielrechnung erläutert.

Mehr Netto vom Brutto

Heute stellen wir „die größte Kantine der Welt" vor. Eine ganz neue, spannende und lohnende Möglichkeit Mitarbeitern mehr Netto vom Brutto zu bescheren und gleichzeitig die Arbeitsmotivation zu steigern.

Bevor wir erklären was sich hinter dem Begriff „die größte Kantine der Welt“ versteckt gehen wir auf die Grundlagen von Essensgutscheinen ein.

Grundlagen von Essensmarken

In Deutschland ist es dem Arbeitgeber gestattet den Arbeitnehmern mit Essensmarken steuerbegünstigt mit bis zu 6,20 Euro pro Arbeitstag bei der Essensverpflegung zu unterstützen. Die ausgehändigten Essensmarken können von Arbeitnehmern bei ausgewählten Akzeptanzpartnern eingelöst werden. Hieraus ergeben sich unmittelbar zwei Nachteile:

  • Es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Akzeptanzstellen, in denen man die Gutscheine einlösen kann.
  • Ungenutztes Guthaben wird nicht erstattet.

Grundsätzlich ist die Zuschussgewährung, in Form von Essensmarken, als lohnsteuerpflichtiger Sachbezug anzusehen. Es gelten die amtlichen Sachbezugswerte (2016):

  • für ein Frühstück 1,67 EUR.
  • für ein Mittag- oder Abendessen je 3,10 EUR.

Beispiele wie Essensmarken steuerlich erfasst werden

Die steuerliche Erfassung der ausgehändigten Essensmarken hängt im Wesentlichen vom Verrechnungswert der Essensmarke ab.

Beispiel 1: Verrechnungswert der Essensmarke liegt unter dem Sachbezugswert.

Ergebnis: Steuerlich anzusetzen ist der Wert der Essensmarke von 3,00 EUR und nicht der geldwerte Vorteil von 1,10 EUR, weil die Überprüfung der Zuzahlung des Arbeitnehmers buchhalterisch zu aufwändig wäre. Der anzusetzen Wert von 3,00 EUR muss entweder mit 25 % pauschal- oder gemäß den individuellen Lohnsteuermerkmalen versteuert werden.

Hinweis: Bei einer Pauschalversteuerung von 25% durch den Arbeitgeber entsteht Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung.

Beispiel 2: Verrechnungswert der Essensmarke liegt über dem Sachbezugswert.

Ergebnis: Steuerlich anzusetzen ist der Sachbezugswert von 3,10 EUR. Der Sachbezugswert bzw. der geldwerte Vorteil muss entweder mit 25 % pauschal oder gemäß den individuellen Lohnsteuermerkmalen versteuert werden. Folglich geht dem Mitarbeiter 2,90 Euro steuer- und beitragsfrei zu.

Beispiel 3: Verrechnungswert der Essensmarke liegt mehr als 3,10 Euro über dem Sachbezugswert.

Ergebnis: Steuerlich anzusetzen ist der Wert der Essensmarke von 7,00 EUR, weil der Sachbezugswert um mehr als 3,10 EUR überschritten wurde. Aus diesem Grund ist die Bewertung mit dem Sachbezugswert (3,10 EUR) ausgeschlossen. Eine Pauschalierung mit 25% durch den Arbeitgeber ist ebenfalls ausgeschlossen.

Fazit zu den klassischen Essensmarken

Durch die Essenmarken ist es möglich dem Arbeitnehmer bis zu 6,20 Euro pro Arbeitstag steuerbegünstigt zukommen zu lassen. Die Beispiele haben verdeutlicht, dass die Zuzahlung der Mitarbeiter nicht berücksichtigt wird. Hieraus resultiert der Nachteil, dass maximal 3,10 EUR steuer- und beitragsfrei an den Arbeitnehmer ausbezahlt werden kann. Vor diesem Hintergrund und in Verbindung mit den oben genannten Nachteilen ist der Einsatz klassischer Essensmarken nur eingeschränkt zu empfehlen.

Rückerstattungslösung ersetzt Essensmarke

Mit dem Rundschreiben des Bundesfinanzamts vom Februar 2016 werden mittlerweile auch elektronische Rückerstattungslösungen akzeptiert, die es ermöglichen, dass die vollen 6,20 EUR steuer- und beitragsfrei ausbezahlt werden können. Die innovativste Lösung dieser Art ist:

Mit der Smartphone-App von Lunchit können Mitarbeiter die Belege von Restaurantbesuchen mittels Photoscan dokumentieren. Die Mitarbeiter sind bei der Wahl des Restaurants/Kantine nicht eingeschränkt, deshalb auch die "größte Kantine der Welt". Die vom Mitarbeiter erfassten Essenskosten werden in einem monatlichen Report zusammengestellt und können bequem via DATEV-Schnittstelle bei der Lohnabrechnung berücksichtigt und monatlich an den Mitarbeiter rückerstattet werden.

Vorteile einer Rückerstattungslösung gegenüber Essensmarken

  • Die Zuzahlung des Mitarbeiters kann unmittelbar aus den jeweiligen Belegen ermittelt werden, was dazu führt dass bis zu 6,20 EUR pro Tag steuer- und beitragsfrei beim Arbeitnehmer ankommt.
  • Es gibt keine Bindung an Gastronomiebetriebe, die Essensmarken akzeptieren.
  • Im Gegensatz zur Essensmarke ist es mit Lunchit möglich mehrere Belege pro Tag einzureichen bis die 6,20 EUR erreicht sind.

Mit der Erstattungslösung durch Lunchit können so bis zu 1364 mehr Netto im Jahr für Mitarbeiter realisiert werden, ohne dass Steuern oder SV-Beträge anfallen. Eine vergleichbare Gehaltserhöhung würde Arbeitgeberkosten in Höhe von 3216 Euro mit sich bringen.*

Tipp: Damit die vollen 6,20 EUR vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet werden können, muss der Arbeitnehmeranteil mindestens 3,10 EUR betragen. Andernfalls muss die positive Differenz aus amtlichem Sachbezugswert (3,10 EUR) und Zuzahlung des Mitarbeiters versteuert werden. Das bedeutet: Ideal sind Mahlzeiten, die mindestens 9,30 Euro kosten. Gastronmiebetreiber sind oftmals darauf eingestellt und bieten Mittagsmenüs in dieser Preisordnung an.

Ansprechpartner

Falls Sie einen direkten Kontakt zu unserem Partner benötigen, oder weitere Fragen haben, zögern Sie nicht sich bei uns zu melden. Wir helfen Ihnen gerne weiter!

Ihr Ansprechpartner:
Patrick Pötzsch
06151/78 777 44
info@gastromatic.de

Es geht spannend weiter:

In zwei Wochen beleuchten wir weitere steueroptimierte Sachbezüge. Konkret wird die Ersparnis und Umsetzbarkeit geprüft. Das dürfen Sie nicht verpassen!


*Annahme: Stkl. 1, kath., ledig, 36.000 € Bruttogehalt; 220 x 6,20€=1.364