Digitale Speisekarte: Die Vor- und Nachteile der Innovation

Vor zwei Wochen haben wir das erste Mal über den aufkommenden Digitalisierungs-Trend der Speisekarten berichtet. Im heutigen Beitrag wollen wir ganz speziell auf mögliche Vorteile für Gast und Gastronom sowie auf eventuelle Schwierigkeiten eingehen.

Digitale Speisekarte: Die Vor- und Nachteile der Innovation

Hauptziel der digitalen Speisekarten ist wie bei allen Tools, die im Zuge der Digitalisierung in der Gastronomie entstehen, die internen Prozesse des Gastgewerbes effizienter und dadurch wirtschaftlicher zu machen. Manche Tools sind mittlerweile aus dem Tagesgeschäft der Gastronomie kaum noch wegzudenken, dazu gehört in jedem Fall die digitalisierte Kasse und auch die Möglichkeit online bequem einen Tisch im Lieblings-Lokal reservieren zu können. Doch wie stehen die Chancen bei digitalen Speisekarten? Bleibt es Spielerei und Alleinstellungsmerkmal bestimmter Gastronomie-Konzepte oder können wir uns langsam aber sicher von den guten alten Speisekarten verabschieden?

Digitale Speisekarte: Vorteile

Ein zentraler Vorteil der digitalen Speisekarten ist aus unserer Sicht definitiv die Entlastung der Servicekräfte durch die direkte Kommunikation über das Tablet. Die „Ressource Mensch“ spielt im Gastgewerbe eine zentrale Rollen, ist aber auch diejenige, die oft ans Limit getrieben wird. Lange Arbeitszeiten, stressige Schichten und teilweise unfaire Entlohnung sorgen dafür, dass immer mehr Fachkräfte die Branche wechseln. Die Einführung einer digitalen Speisekarte mit Bestellfunktion könnte also einerseits die Mitarbeiter entlasten und für mehr Umsatz sorgen. Zusätzlich sinkt die Wartezeit, weil die Bestellung ohne Umwege zum Barkeeper oder in die Küche gelangt, was sich wiederum positiv auf die Zufriedenheit der Gäste auswirkt.
Der Restaurantbesuch soll nach wie vor auch mit digitaler Speisekarte ein Erlebnis bleiben. Durch jeweils eine Tablet-Bestellkarte pro Tisch erhofft man sich den Austausch der Gäste untereinander und ein dadurch entstehendes Zusammengehörigkeitsgefühl bei der Auswahl der Speisen und Getränke. Verschiedene Empfehlungen oder Informationen über Inhaltsstoffe können ganz nebenbei auch noch für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgen.
Ein weiterer Vorteil der Tablet-Menükarte ist eine Steigerung des Umsatzes. Durch das neue Erlebnis der interaktiven Speisekarte soll, laut Hersteller-Unternehmen, der Gast angeregt werden, einerseits eher neue Sachen auszuprobieren und andererseits auch in der Menge mehr zu ordern. Gerade im Getränke-Bereich können bisherige Umsatzziele beim Einsatz einer digitalen Speisekarte übertroffen werden.
Für Betriebe mit häufig wechselnden Speisen oder wiederkehrenden Tageskarten bietet die digitale Speisekarte zeitsparend die Möglichkeit, das Angebot zu ändern. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Menükarten liegt neben dem Zeitaspekt vor allem auch in der Geldersparnis. Das Drucken aktueller Speisekarten kann je nach Größe und Anzahl der ausgelegten Exemplare ziemlich ins Geld gehen.
Liebevoll und aufwendig gestaltete Speisekarten spiegeln häufig den Charme und Charakter der Lokalität wieder – wird aber die Säuberung und das Erneuern der Karten vernachlässigt, kann das auch ganz schnell nach hinten losgehen. Neben der äußeren Erscheinung kann teilweise der Inhalt von oldschool Menükarten erschlagend wirken. Mit einer einfachen Strukturierung der Speisen und einem übersichtlichen Menü mit direkter Verlinkung in der digitalen Speisekarte spart der Gast auch quälende Minuten mit knurrendem Magen bei der Auswahl der Leibspeise. Magengrummeln nach dem Restaurantbesuch wegen missachteter Unverträglichkeit oder schlichtweg falschen Informationen durch den Kellner können durch wichtige Informationen zu Inhaltsstoffen und Allergikerhinweisen in den digitalen Speisekarten vermieden werden. Die Interaktion der einzelnen Menüpunkte lässt eine einfach verständliche Darstellung zu, ein weiterer Vorteil gegenüber der herkömmlichen Speisekarte.
Viele Lokale locken ihre Gäste mit verschiedensten Aktionen und Angeboten. Durch die Digitalisierung der Speisekarte kann der Betriebsleiter im Nachgang schnell und einfach die Wirksamkeit der Aktionen analysieren.

Wir könnten noch weitere Vorteile der digitalen Speisekarte aufzählen, die alle in die Richtung „Steigerung des Umsatzes, Entlastung der Mitarbeiter und zufriedenere Gäste“ gehen. Überall wo Sonne scheint, gibt es auch eine Schattenseite, weswegen wir hier natürlich auch die Nachteile für Euch beleuchten wollen.

Digitale Speisekarte: Nachteile

Ein großer Nachteil der Tablet-basierten Speisekarte liegt offensichtlich im Anschaffungspreis der Geräte. Viele Anbieter setzen bei der Entwicklung der Applikationen auf das iOS-Betriebssystem und schließen von vornherein preisgünstigere Android oder Windows-Geräte aus. Auch die Wartung und Instandhaltung der iPads ist eine tägliche Aufgabe, denn auch der Akku eines Tablets muss geladen werden. Gibt ein Gerät den Geist auf, so muss schnell für teuren Ersatz gesorgt werden. Das gleiche gilt natürlich auch bei Diebstahl der Geräte.
Ein weiterer Nachteil digitaler Speisekarten ist, dass durch das Tablet die persönliche Komponente fast ganz verloren gehen könnte. Bei einer Umfrage von Bookatable gaben 86% der Befragten an, den persönlichen Service als wichtigstes Element des Restaurantbesuches zu empfinden.

Im Laufe der Zeit haben wir als Branchenspezialisten vielfach miterlebt, dass Gastronomie nicht gleich Gastronomie ist und dass es selten den einen richtigen Weg für alle gibt. Nachdem wir uns jetzt intensiv mit dem Thema digitale Speisekarten beschäftigt haben, können wir diese Erfahrungswerte auch wieder auf das Themengebiet übertragen. Sicherlich gibt es unzählige Punkte, die für oder gegen die neuen Menükarten sprechen, ungeachtet dessen, muss eine Speisekarte aber auch immer zum Charakter der Lokalität passen. Es ist kaum vorstellbar, dass wir bei dem nächsten Gourmet-Restaurantbesuch mit Sterne-Küche ein Tablet zum Bestellen auf dem Tisch finden und uns alle Informationen, die wir gerne über den Wein, die Inhaltsstoffe etc. selbst in den Tiefen der digitalen Bibliothek zusammensuchen. Der Service und dessen persönliche Komponente spielt bei sehr vielen Gastronomiekonzepten eine entscheidende Rolle und wird auch, wir oben angerissen, durch verschiedene Umfragen empirisch bestätigt…

Wir sind mit unseren Untersuchungen noch nicht ganz am Ende, das nächste Mal geht es weiter und zwar mit aussagekräftigen Zahlen & Fakten!

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Angesteckt vom Start-Up-Fieber hat Christin sich in den Anfängen der gastromatic-Ära im Spätsommer 2014 gegen das Sportmanagement Masterstudium und für gastromatic entschieden. Die Chance am Aufbau eines Unternehmens mitzuwirken und die Überzeugung etwas Großartiges schaffen zu können, waren Grund genug sich ins Abenteuer zu stürzen. Als Vertriebsleiterin und Ansprechpartnerin großer Kunden bekommt Sie tagtäglich interessante Branchen-Insights, die in interessante, informative und unterhaltsame Blogartikel verpackt werden, um sie mit der #gastromaticCommunity zu teilen.