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Digital Signage & digitaler Infopoint: Zeitgemäße Gästekommunikation in der Hotellerie


Die Digitalisierung schreitet voran und gibt im Gastgewerbe den Ton an. So setzen Hoteliers auch in Sachen Gästekommunikation mittlerweile verstärkt auf digitale Lösungen. In diesem Zusammenhang fällt häufig der Begriff „Digital Signage“. Aber was ist damit eigentlich genau gemeint und worin liegen die Chancen für die Hotellerie? Dieser Frage gehen wir in diesem Beitrag nach und stellen aktuelle Möglichkeiten vor, wie digitale Medien und Devices erfolgreich zur zeitgemäßen Gästekommunikation in der Hotellerie eingesetzt werden können.

Was ist digital Signage?

Zunächst einmal die Frage: Was versteht man überhaupt unter digital Signage? Sinngemäß lässt sich der Begriff mit digitaler Beschilderung  übersetzen. Gemeint ist hier erstmal die Digitalisierung von klassischen Werbemitteln wie beispielsweise Plakaten oder Flyern mit Hilfe von Displays. Digital Signage kann so einerseits der Information dienen, zum anderen lässt es sich aber auch wunderbar im Bereich Marketing und Entertainment einsetzen. So können beispielsweise Öffnungszeiten des Restaurants über Displays angezeigt werden, aber auch Imagefilme oder kleine Werbespots. Insgesamt lässt sich zwischen informativen und interaktiven Lösungen unterscheiden, worauf wir im Folgenden näher eingehen.

 

Displays im Hotel

Displays lassen sich in verschiedenen Bereichen des Hotels platzieren und sowohl informativ als auch interaktiv einsetzen, um das Gästeverhalten zu beeinflussen. Als erstes ist hier sicherlich die Rezeption zu nennen. Hier lassen sich beispielsweise die aktuellen Wetterdaten oder Ausflugtipps anzeigen, die sich der Gast bequem anschauen kann, während er auf den nächsten freien Rezeptionsmitarbeiter wartet. Einige Hotels bieten sogar einen Self Check-In oder Check-Out über ein Display an. Diese Lösung wird besonders gern von Business Reisenden genutzt, die hierdurch lange Wartezeiten umgehen können.

Neben der Rezeption bietet auch der Aufzug großes Potential. Die Wartezeit bis zur richtigen Etage lässt sich optimal durch interessante und ansprechende Bilder und Angebote verkürzen. So verleitet ein schmackhaftes Bild vom Gericht des Monats sicherlich den ein oder anderen Gast dazu, dem Restaurant einen Besuch abzustatten.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der gesamte Lobbybereich. Dieser hat in den letzten Jahren einen großen Wandel durchlebt und fungiert in vielen Hotels mittlerweile nicht mehr nur als Empfangsbereich, sondern viel mehr als „Wohnzimmer“. Hier halten sich Gäste auf, um zu arbeiten, zu essen und zu lesen. Aufgrund dieser längeren Verweildauer können auch hier gezielt Informationen an den Gast gebracht werden. Welche Inhalte hier passend sind, hängt sicherlich stark von der Ausrichtung des Hotels ab. Zudem sollte stets auf eine gute Balance geachtet werden, um den Charakter der Lobby nicht durch zu viele Displays zu zerstören.

 

Digitales Wegeleitsystem

Egal ob zum Zimmer oder dem gebuchten Konferenzraum: In weitläufigen Hotels benötigen Gäste Unterstützung durch eine gute Beschilderung. Auch hier lassen sich wunderbar digitale Lösungen nutzen. Diese machen nicht nur einen professionellen ersten Eindruck, sondern lassen sich auch jederzeit schnell und unkompliziert anpassen. Insbesondere Hotels mit vielen verschieden Veranstaltungsräumen und ständig wechselnden Belegungen profitieren von dieser zeit- und kostensparenden Lösung.

Digital_Signage_Hotellerie
© https://www.moderne-buerowelten.de/digital-signage

 

Stationäre Tablets auf den Hotelzimmern

Auch die klassischen Gästemappe hat mehr und mehr ausgedient und wird zunehmend durch eine zeitgemäße Ansprache via Tablet abgelöst. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Gast kann sich bequem und umfassend über Dinge wie die Öffnungszeiten des Restaurants oder des SPA’s informieren und auch gleich einen Tisch oder eine Behandlung reservieren. Die Informationen lassen sich mit Hilfe des Tablets anschaulicher präsentieren und sind intuitiv abrufbar. Zudem können Änderungen jederzeit aufgespielt werden. Die Gefahr, dass Informationen veralten – wie dies bei Printmaterialien der Fall ist – fällt somit weg. Wichtig ist selbstverständlich eine gute Sicherung der Geräte, damit diese auch für den nächsten Gast noch zur Verfügung stehen.

 

Den Fernseher auf neue Weise nutzen

Eine gute und oft genutzte Alternative zum Tablet ist der Fernseher auf dem Hotelzimmer. Der Vorteil ist hier, dass die Anschaffung eines zusätzlichen Gerätes wegfällt, da ein Fernseher sowieso zur Grundausstattung des Hotelzimmers gehört. Für kostensensible Hoteliers ist dies somit ein echtes Argument. Über den Fernseher lässt sich nun ein eigener „Hotelkanal“ einspielen, der den Gast über alles Wissenswerte rund um das Hotel und die Umgebung informiert. Einmal zusammengestellt lassen sich die Inhalte auf alle Fernseher übertragen. Ein kleiner Tipp am Rande: Eine personalisierte Begrüßungsanzeige beim Betreten des Zimmers sorgt zusätzlich für ein schönes Gästeerlebnis.

 

„GoBoards“ oder „Touchscreen Kiosk“

Ein „GoBoard“ oder „Touchscreen Kiosk“ ist der Star unter den digitalen Lösungen. Er vereint mehrere Funktionen und ermöglicht es dem Hotelgast, sich eigenständig und individuell über das Hotel und seinen derzeitigen Aufenthaltsort zu informieren. Ein Vorreiter in diesem Bereich war die amerikanische Hotelkette Marriott. Bereits 2011 führte Marriott in seinen Hotels der Marke Courtyard by Marriott sogenannte „GoBoards 4.0“ ein. Hierbei handelt es sich um einen virtuellen Concierge Service in der Lobby, der sowohl Auskunft über die Hotelgegebenheiten gibt als auch über aktuelle Nachrichten und das Wetter informiert. Darüber hinaus können Gäste Flugzeiten abrufen und sich mit Hilfe von Stadtplänen mit der jeweiligen Stadt und deren Sehenswürdigkeiten und Restaurants vertraut machen. Die Boards lassen sich via Touchscreen interaktiv bedienen und werden somit als überdimensionales Tablet nutzbar. Hierdurch können sich Gäste selbständig und jederzeit informieren, was zu einer deutlichen Entlastung des Hotelpersonals und zu einem gesteigerten Gästeerlebnis führt.

Ein ebenfalls schönes und in sich stimmig umgesetztes Beispiel ist das Radisson RED Brüssel City Center: Hier wird deutlich, dass die interaktiven Screens und der vorab angesprochene, zum Verweilen einladende Lobbybereich im open space Hand in Hand gehen und einem urbanen Konzept sich vermischender Einflüsse verpflichtet sind.

Digital_Signage_Hotellerie Raddison RED
© https://www.radissonred.com/brussels/gallery/

 

Die eigene App als wichtiger Gäste-Touchpoint

Abgerundet wird das sehr modern und jung wirkende Angebot durch eine eigens entwickelte Radisson RED App, über die Gäste ein- und auschecken können. Zudem dient sie als Schlüsselersatz, zur Gästekommunikation und ist mit den Fernsehern in den „Studios“ verbunden – das macht das Radisson RED zu einem gelungenen digitalen Allrounder.

Dabei sind Apps längst keine Seltenheit mehr. Ob Bestellen des Roomservices, Upselling, Buchen von Wellnessangeboten vor Ort oder Tischreservierungen – die App ist für Gäste und Gastgeber ein tolles Tool, um alle inkulsiven und ergänzenden Angebote rund um den Aufenthalt des Gastes zu bündeln. Technisch lassen sich sowohl native Apps als auch progressive-Web-Apps umsetzen, die sogar ohne Download auskommen und als digitale Gästemappe dienen. Mit Push-Notifications kann man außerdem seine Gäste immer auf dem neusten Stand halten und über kurzfristige Änderungen informieren. Zum direkten Kontakt eignen sich integrierte Chats genauso gut wie Social-Media-Kanäle.

digital signage Hotellerie App
© https://www.radissonred.com/brussels/gallery/

 

Von der „Digital Signage“ zur signature: Die Hilton Innovation Gallery

Als ein Beispiel für ein von Anfang an digital aufgesetztes und damit auch sehr ambitioniertes Konzept wäre die Hilton Innovation Gallery zu nennen: Dieser variabel einsetzbare Veranstaltungsort versteht sich selbst als einzigartige Verbindung von Architektur und Technologien, was ein multimediales Erlebnis verspricht. Mit fünf verschiedenen Bereichen, darunter eine Virtual Reality Area, kann der Raum nahezu alles abdecken, was bei einer Veranstaltung machbar sein sollte – so wird der ganze Raum von der digitale signage zur vermarktbaren signature. Seht selbst:

 

Fazit zu „Digital Signage“ in der Hotellerie

Wie man sieht, gibt viele Möglichkeiten sich als Hotelier dem Thema Digital Signage zu nähern. Die Vorteile wollen wir für euch nochmal zusammenfassen. Zunächst einmal hilft Digital Signage dabei, Kunden aktiv anzusprechen. Sie wecken die Aufmerksamkeit der Gäste und machen neugierig, sich aktiv zu informieren.  Hierdurch lassen sich nicht selten Zusatzverkäufe generieren, da der Gast eine Fülle an Informationen erhält, die ihn erst auf die Idee bringen, beispielsweise einen Ausflug oder Ähnliches zu buchen. Zudem sind Displays und Tablets rund um die Uhr einsatzbereit und steigern somit das Gästeerlebnis. Auch aus Kostensicht lohnt sich der Einsatz für Hoteliers: So lässt sich der Personalbedarf deutlich reduzieren und auch die Kosten, die für die Aktualisierung von Printmedien eingesetzt werden müssten, fallen weg.

Nichtsdestotrotz sollten zwei Punkte bedacht werden: Zum einen müssen natürlich erstmal alle Geräte angeschafft werden, was in der Anfangsphase hohe Ausgaben mit sich bringt. Zum anderen sprechen digitale Lösungen nicht alle Gäste gleichermaßen an. So sollten Gastgeberinnen und Gastgeber ihr Gästeklientel und deren Bedürfnisse sehr genau kennen und die digitale Gästekommunikation auf das eigene Konzept abstimmen. Letztendlich ist es sicherlich wie in vielen Bereichen – die Mischung macht’s! Ideal ist es, wenn man die gesamte Customer Journey mitdenkt, also vom Zeitpunkt der Recherche und Buchung des Gastes bis zum Erlebnis im eigenen Hotel sämtliche Berührungspunkte mit dem Gast eine Handschrift tragen, die bestenfalls zur Marke und Zielgruppe passt.

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Antonia Kühn

Schulung & Kundenbetreuung, gastromatic

Antonias Leidenschaft ist die Hotellerie. Nach ihrer Lehre zur Hotelfachfrau hat sie sich in ihrem Masterstudium das notwendige Management-Know-How angeeignet, um anschließend drei Jahre lang den Vertrieb bei einer internationalen Hotelkette zu schmeißen. Dieses umfassende Wissen nutzt sie jetzt, um unsere Neukunden optimal zu schulen und unseren Blog mit spannenden Branchen-Insights zu füllen. Als immer strahlende Community-Managerin ist sie bei gastromatic außerdem für die Kundenevents verantwortlich.

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