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Ausbildung in der Gastronomie: 6 Tipps, um sie zu verbessern & junge Gastgeber-Talente zu finden


Spätsommerzeit bedeutet Ausbildungszeit in Gastronomie & Hotellerie. Wie jedes Jahr haben mehrere tausend Jugendliche einen der insgesamt sechs Ausbildungsberufe im Gastgewerbe gewählt und haben mittlerweile schon den ersten Monat im neuen Abenteuer gemeistert. Mit der facettenreichen Bandbreite der zu erlernenden Berufe ist das Gastgewerbe eine der vielseitigsten Branchen überhaupt und auch die Chancen und Möglichkeiten nach der Ausbildung sind endlos. Das ist die Ausbildung in Gastronomie:

Problem: Viele nicht genutzte Ausbildungsplätze

Das Gastgewerbe profitiert enorm vom wirtschaftlichen Aufschwung der vergangenen Jahre. Der DEHOGA Bundesverband wirbt sogar damit, dass es kaum eine andere Branche mit einer höheren Jobgarantie gibt. Außerdem seien die beruflichen Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten in keinem anderen Berufsfeld so vielversprechend, wie in Gastronomie & Hotellerie. Dennoch sind die Bewerberzahlen auf ausgeschriebene Ausbildungsstellen stark rückläufig, viele davon bleiben unbesetzt und die Branche klagt so laut wie nie über Fachkräftemangel.

Gründe für mangelndes Bewerberinteresse

Grund dafür scheint wohl der nach wie vor verbesserungsfähige Ruf der Branche zu sein. Die hohe Zahl der Ausbildungsabbrecher spricht Bände. Obwohl wir den Eindruck haben, dass sich das Bewusstsein bei vielen Ausbildungsbetrieben verändert und die Wichtigkeit der guten Ausbildung und das Potenzial der neuen Fachkräfte erkannt wird, kann sich die Ausbildung im Gastgewerbe keiner merklich zunehmenden Beliebtheit erfreuen.

Mit unserem Beitrag heute möchten wir unsere Ideen und die Ideen unserer Kunden mit unserer Leserschaft teilen. Wir zeigen auf, wie man gerade junge Mitarbeiter nachhaltig motivieren kann, zufriedenstellt und so Grundbausteine für eine spaßbringende und vielseitige Ausbildungszeit schafft, von der beide Seite profitieren

1. Durch eigene Projekte motivieren

Viele Ausbildungsbetriebe behandeln Azubis über den gesamten Zeitraum oft als Handlanger aus Angst die jungen Erwachsenen zu überfordern. Darin liegt ein großer Fehler, denn fast nichts ist demotivierender als das Gefühl nichts selbst bewegen zu können. Gerade in der Anfangszeit können sich Ausbildungsbetriebe den Tatendrang und die unvoreingenommene Art zu Arbeiten zu Nutze machen, indem die Schützlinge mit in neue Projekte involviert werden. Viele Nachwuchs-Gastgeber haben den alten Hasen im Geschäft eine ganz wichtige Sache voraus: Sie sind mit den sozialen Medien mehr oder weniger aufgewachsen. Man sollte diesen Punkt als Vorteil nutzen und Lehrlinge beispielsweise in das Social-Media-Marketing miteinbeziehen. Fotos auf Instagram direkt aus dem Geschehen der Küche oder coole Interieur-Pics helfen dabei den Auftritt lebendiger und spannender zu gestalten und dem Betrieb auch online einen authentischen Charakter zu verleihen. So werden nicht nur die Gäste auf dem Laufenden gehalten, es kann unter Umständen auch zur Gewinnung neuer Mitarbeiter beitragen. Wenn junge Menschen sehen, dass Auszubildende eine gute Stellung in ihrem Betrieb haben und die Instagram-Story auch noch Spaß vermittelt, lässt der Recruiting-Erfolg sicher nicht lange auf sich warten.

2. Teamgeist schaffen

In kaum einem beruflichen Umfeld ist das Funktionieren der Mitarbeiter als Team so wichtig wie in der Gastronomie und Hotellerie. Als Ausbildungsbetrieb sollte man also unbedingt darauf achten, dass man die Lehrlinge gut ins Team integriert. Ein gut organisiertes und harmonisches Arbeiten mit Kollegen schafft eine gute Atmosphäre und wirkt sich unmittelbar positiv auf die Gäste aus. Die Investition in Teambuilding-Maßnahmen ist also absolutes Muss. Das gemeinsame Erkunden der Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten in der Hotelumgebung oder das Ausprobieren der kulinarischen Empfehlungen bringt nicht nur Spaß und wirkt sich positiv auf den Zusammenhalt aus. Ganz nebenbei lernen die Mitarbeiter die Umgebung des Hotels gut kennen, glaubwürdige und authentische Empfehlungen für eure Gäste sind also garantiert. 🙂

3. Arbeitszeiten im Blick behalten

Leider werden Auszubildende oft als „günstige Arbeitskraft“ gesehen und auch so behandelt. Lange Arbeitszeiten, keine Pausen und unfaire Bezahlung prägen den Ruf der Branche ungemein und sind mitunter die ersten Gedanken, wenn man an die Ausbildung im Gastgewerbe denkt. Kein Wunder, dass so viele Azubis innerhalb der ersten Monate zu dem Schluss kommen, dass das Arbeiten unter solchen Bedingungen nicht ganz dem entspricht, was sie sich vorstellen. Da wird der Traumjob schnell zum Albtraum. Unser Tipp also: Behaltet die Arbeitszeiten, Überstunden und Guttage der Lehrlinge im Blick und lenkt frühzeitig ein. Digitale Tools helfen dabei, Transparenz zu schaffen und die Mitarbeiter mit einzubeziehen. Macht davon Gebrauch und erreicht so langfristig zufriedeneres Personal und glückliche Azubis.

4. Über den Tellerrand blicken lassen

Der wohl am häufigsten begangene Fehler während der Ausbildungszeit ist, die Lehrlinge nicht oder nicht lang genug in die anderen Bereiche des Betriebes hineinschnuppern zu lassen. Der Betrieb im Hotel oder im Restaurant kann nur erfolgreich sein und die Zufriedenheit der Gäste sicherstellen, wenn alle Bereiche wie ein Uhrwerk gemeinsam funktionieren und jeder Handgriff an jeder Station perfekt sitzt. Teamwork ist dabei also ein absolutes Muss und auch das Verstehen der anderen Prozesse extrem wichtig. Ein Koch in Ausbildung sollte also unbedingt auch mal einige Wochen im Service verbringen, um das Geschehen an der Front kennenzulernen, auch wenn das teilweise im Ausbildungsplan nicht ganz vorgesehen ist. Genauso sollten Auszubildende zum Hotelfachmann oder zur Hotelfachfrau nicht nur in Service und Housekeeping „verheizt“ werden, sondern auch die Möglichkeit bekommen, die anderen Bereiche wie den Verkauf im Bankett, das Marketing oder die Reservierung ausreichend kennenzulernen. So erhalten sie wertvolle Einblicke in den Betrieb als Ganzes und sehen die vielseitigen Möglichkeiten, die die Branche bietet. Auch die Küche sollte als Station nicht vernachlässigt werden, denn was gibt es schlimmeres als einen Kellner, der keine Ahnung von dem hat, was er serviert? Es lohnt sich also, die Schützlinge ab und zu auch außerhalb ihrer Komfortzone einzusetzen – ein Gewinn ist beiden Seiten garantiert! 🙂

5. Loben, loben, loben…

Nichts ist motivierender als ein Lob vom Chef. Man sollte gute Leistungen anerkennen und honorieren, am besten in aller Öffentlichkeit. Perfekt eignen sich hier die sozialen sowie internen Medien. Ein herzlicher Facebook-Post zur bestandenen Zwischenprüfung oder ein Bild des „Azubi des Monats“ schenken den Schützlingen die Bestätigung, nach der sie sich so sehnen. Unser Kunde „Hubertus Alpin Lodge & Spa“ geht da mit gutem Beispiel voran.

6. Auch mal ein Auge zudrücken 😉

Ganz wichtig: Man darf nicht vergessen, in welcher Phase des Lebens sich eure Azubis gerade befinden. Viele von ihnen sind mitten in der Pubertät, für den Traumjob eventuell sogar von zuhause weggezogen und in ganz neuen Belastungssituationen. Gerade zu Beginn sind also Augenmaß und Nachsicht gefragt. Den Auszubildenden sollte die Angst vor dem ersten Kontakt mit den Gästen genommen und sie sollten darin bestärkt werden, Neues zu lernen. Auch ihre Perspektiven und Aufstiegschancen sollten frühzeitig aufgezeigt werden. Damit tut man nicht nur etwas für die Azubis und den eigenen Betriebserfolg, sondern auch für das gesamte Gastgewerbe. Dann werden sie garantiert genauso gute Gastgeber, Meisterköche und Serviceexperten wie ihr. 🙂

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Christin Klima

Vertrieb, gastromatic

Angesteckt vom Start-Up-Fieber hat Christin sich schon 2014 für gastromatic entschieden. Als Vertriebsleiterin und Ansprechpartnerin großer Kunden ist sie nicht nur am Aufbau eines Unternehmens beteiligt, auch begleitet sie Kunden aus dem Gastgewerbe und anderen Branchen bei allen Themen rund um die Personalorganisation und Dienstplangestaltung. Ihre tagtäglich gesammelten Branchen-Insights verpackt sie in spannende Blogartikel, um sie mit der gastromatic-Community zu teilen.

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