Arbeitsvertrag für Minijobber – Gastronomie 1×1 – Vertrag erforderlich?

Es ist in der Gastronomie und Hotellerie ein vielerorts bekanntes Szenario: In saisonal umsatzstarken Zeiten oder krankheitsbedingt müssen kurzfristig neue Mitarbeiter her, vorzugsweise schnell und unbürokratisch. Gerade bei Minijobbern, deren Beschäftigungsmöglichkeiten durch die Richtlinien zur geringfügigen Beschäftigung ohnehin bereits eingeschränkt sind, stellt sich dabei oft die Frage, ob ein schriftlich ausformulierter Arbeitsvertrag überhaupt zwingend notwendig ist.
Wir betrachten die gesetzlichen Vorschriften und geben mit unserer Reihe „Arbeitsvertrag Gastronomie“ Tipps für die Praxis.

Arbeitsvertrag für Minijobber

Zwingend erforderliche Meldungen für Minijobber

Der Arbeitsvertrag ist ein heikles Thema, gibt es doch viele Stolpersteine und gesetzliche Regelungen, die unbedingt beachtet werden müssen. Zunächst einmal ist festzuhalten, dass Minijobber bezüglich ihres Arbeitsvertrags nicht anders zu behandeln sind als andere Arbeitnehmer in Voll- oder Teilzeit auch. Zusätzlich zur Sofortmeldung, die spätestens mit Aufnahme der Beschäftigung bei der Datenstelle der Träger der Rentenversicherung (DSRV) abzugeben ist, muss jedoch stets die Anmeldung bei der Minijob-Zentrale (Meldegrund 10) erfolgen. Diese beiden Meldungen sind zwingend erforderlich, um empfindlichen Strafen zu entgehen, ersetzen allerdings keinen Arbeitsvertrag.

Reicht ein formloser Arbeitsvertrag für Minijobber?

Wie also kommt nun ein Arbeitsvertrag zustande? Die gute Nachricht für alle Gegner der Bürokratie vorab: Um ein Beschäftigungsverhältnis zu begründen, ist keine schriftliche Vereinbarung nötig. Eine Übereinkunft nach §611a BGB, welche Arbeit zu welchen Konditionen zu leisten ist und wie diese vergütet wird, kann mündlich oder sogar stillschweigend erzielt werden. Erscheint beispielsweise der Arbeitnehmer nach einem mündlichen Vertragsangebot des Arbeitsgebers zur Arbeit, ist ein wirksamer Arbeitsvertrag durch „schlüssiges Verhalten“ entstanden. Vor einiger Zeit haben wir in einem Blogbeitrag das damit einhergehende Risiko beim Thema Probearbeiten erläutert. Dem Arbeitnehmer stehen auch unter diesen Bedingungen alle gesetzlich vorgeschriebenen Ansprüche zu, beispielsweise der Erholungsurlaub und nach §612 BGB eine „übliche Vergütung“, mindestens jedoch der gültige Mindestlohn.

Niederschrift erforderlich bei Minijobber!

Selbst wenn der Arbeitsvertrag somit vorerst formlos und ohne Dokumentation geschlossen werden kann, ist dieser Zustand nur von kurzer Dauer: Dem Nachweisgesetz (NachwG) folgend ist er **spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses schriftlich niederzulegen**. In dieser Niederschrift, die vom Arbeitgeber unterzeichnet und dem Arbeitnehmer vorgelegt wird, sind unter anderem folgende Angaben zu erfassen (vgl. §2 NachwG):

* Name und Anschrift der Vertragsparteien
* Zeitpunkt des Beginns des Arbeitsverhältnisses
* Beschreibung der zu leistenden Tätigkeit
* Zusammensetzung und Höhe des Arbeitsentgelts
* Vereinbarte Arbeitszeit

Angesichts dieser Erfordernisse stellt sich die Frage, ob nicht von Anfang an ein schriftlicher Arbeitsvertrag geschlossen werden sollte, bietet dieser doch zahlreiche Vorteile. Das gewichtigste Argument ist die beidseitige Rechtssicherheit, die durch die klar dokumentierte Vereinbarung erreicht wird. Der Arbeitnehmer ist sich von vornherein bewusst, zu welchen Konditionen er beschäftigt ist und was von ihm erwartet wird; der Arbeitgeber kann im Zweifel sein Direktionsrecht ausüben und auf die Einhaltung des Vertrags pochen. Auch Vereinbarungen wie eine Befristung können nur schriftlich geschlossen werden. Darüber hinaus wirkt die Ausfertigung eines schriftlichen Arbeitsvertrags stets professionell und schafft Transparenz in einer Branche, die ohnehin über Fachkräftemangel klagt und deren Ruf im Umgang mit Mitarbeitern leider durchwachsen ist. Muss es also mal schnell gehen, ist ein formloser Vertrag vielleicht eine praktikable Zwischenlösung, diese sollte aber so bald wie möglich in eine schriftlich fixierte Vertragsform gebracht werden.

Arbeitsvertrag für Minijobber: Unser Fazit

Es bleibt also festzuhalten: Um ein gültiges Arbeitsverhältnis mit einem geringfügig beschäftigten Mitarbeiter zu begründen, bedarf es zunächst nicht der Schriftform. Da diese jedoch schon kurz darauf durch das Nachweisgesetz notwendig wird, ist das Zustandekommen eines schriftlichen Arbeitsvertrags zu Beginn des Arbeitsverhältnisses uneingeschränkt zu empfehlen. Muster-Arbeitsverträge werden online zahlreich zur Verfügung gestellt, beispielsweise direkt bei der Minijob-Zentrale. Passt man eine solche Vorlage einmal auf den eigenen Betrieb an, wird auch das kurzfristige Erstellen eines Vertrags zur Kleinigkeit.

Frankfurt am Main