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Gehaltserhöhung Gastgewerbe

Alternativen zur Gehaltserhöhung im Gastgewerbe


Gute Mitarbeiter sind – besonders im Gastgewerbe – schwer zu finden. Nicht selten spielt das Gehalt eine entscheidende Rolle. Selbst wenn sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf einen Einstiegsbetrag geeinigt haben, so steht das Thema Gehaltserhöhung bei zukünftigen Mitarbeitergesprächen oft im Raum. Dabei gibt es abseits der klassischen Gehaltserhöhung einige Möglichkeiten, um Mitarbeiter zu belohnen, und zwar ohne das Grundgehalt zu verändern. Gibt es also neben der Gehaltserhöhung auch noch Alternativen, die sich sowohl für den Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer rechnen? Dieser Frage gehen wir in diesem Blogbeitrag auf den Grund und stellen euch einige Alternativen zur Gehaltserhöhung vor.

Steuerfreie SFN-Zuschläge

Eine gängige Methode im Gastgewerbe ist die Zahlung von steuerfreien SFN-Zuschlägen. Hier bietet sich dem Gastronomen viel Spielraum, den Nettoverdienst seiner Mitarbeiter deutlich aufzubessern. Neben Sonntags- und Nachtzuschlägen lässt sich die Arbeitszeit an einigen Feiertagen mit bis zu 150 % zusätzlich steuer- und beitragsfrei ausbezahlen. Allerdings lauern auch hier Gefahren: so muss zwingend darauf geachtet werden, dass die jeweiligen Mitarbeiter auch tatsächlich in den zuschlagsberechtigten Zeiträumen eingesetzt werden. Dies erfordert eine genaue Dokumentation der Arbeitszeiten. Eine Reduzierung des Abrechnungsaufwandes kann durch die Pauschalierung von monatlichen Zuschlagszahlungen erzielt werden. Allerdings muss hier nach zwölf Monaten geprüft werden, ob die ausgezahlten Beträge auch tatsächlich in dieser Höhe erarbeitet wurden. Ist dies nicht der Fall, so steht bei Auszahlung von zu vielen Pauschalen eine Nachversteuerung an. Es lohnt sich also bereits im laufenden Jahr, die Soll- und Ist-Zuschläge stets im Blick zu behalten. Das Zuschlagskonto von gastromatic hilft euch hierbei.

 

Fahrtkostenzuschuss

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Finanzierung eines Jobtickets, beziehungsweise der Zahlung eines Fahrkostenzuschusses. Da immer mehr Arbeitnehmer zwischen Arbeitsplatz und Wohnort pendeln, dürfte diese Variante durchaus attraktiv sein. Die Höhe des Zuschusses orientiert sich an der Entfernung zum Arbeitsplatz und wird auf Basis der normalen Entfernungspauschale von 30 Cent / km ermittelt. Der Zuschussbetrag wird direkt vom Arbeitgeber mit 15% pauschal versteuert und fließt ohne Abzüge auf das Konto des Arbeitnehmers. Zwar darf dieser seine Fahrtkosten dann nicht mehr bei seiner Steuererklärung geltend machen, jedoch profitiert er von einem deutlich positiveren Netto-Effekt. Solltet ihr diese Form der Lohnoptimierung in Betracht ziehen, beachtet bitte folgende Punkte: Da es sich beim Fahrkostenzuschuss um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers handelt, darf diese nicht im Arbeitsvertrag erwähnt sein. Zudem darf der Zuschuss nicht den Betrag übersteigen, den der Arbeitnehmer als Werbungskosten geltend machen könnte.

 

Prepaid-Kreditkarte

Ebenfalls überlegenswert ist die Einführung einer Prepaid-Kreditkarte. Hierbei wird dem Mitarbeiter monatlich ein Betrag von bis zu 44,- €, gutgeschrieben, den er dann in verschiedenen Geschäften wieder einlösen kann. Die Karte fungiert somit als „Universalgutschein“ und bietet den Vorteil, dass der Betrag nicht zwingend monatlich ausgegeben werden muss, sondern auch angespart werden kann. Somit ist über einen längeren Zeitraum sogar eine größere Anschaffung möglich. Für den Arbeitgeber liegt der große Vorteil darin, dass der Betrag gemäß der Kleinbetragsregelung nach § 8 Abs. 2 EStG steuer- und beitragsfrei ist. Da die Prepaid-Karte keine Bargeldabhebung erlaubt, ist mit Aufladung der Karte der Zufluss der Sache im steuerrechtlichen Sinne erfolgt. Einmal im Monat erhält der Arbeitgeber eine Rechnung über alle Aufladungen, die er als Verbuchungsbeleg nutzen kann. Aber Achtung, auch bei dieser Alternative zur Gehaltserhöhung lauern Stolpersteine: Zum einen handelt es sich wie beim Fahrtkostenzuschuss um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers, die nicht im Arbeitsvertrag aufgeführt werden darf und zum anderen muss der maximale Freibetrag von 44,- € zwingend eingehalten werden. Andernfalls wird der gesamte Wert des Sachbezugs steuer- und beitragspflichtig. Solltet ihr euch für eine Prepaid-Kreditkarte interessieren, lohnt sich ein Blick auf die Seite unseres Partners Spendit AG aus München. Deren Spendit MasterCard lässt sich im Sinne des Employer Brandings sogar mit dem eigenen Firmenlogo versehen.

 

Sachzuwendungen zum Geburtstag

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Sachzuwendungen in Form von Warengutscheinen gestattet die Lohnsteuerrichtlinie vom 01.01.2015 die Zahlung von „anlassbezogenen Zuwendungen“ im Wert von bis zu 180,- € pro Mitarbeiter und Jahr. Worum handelt es sich hier genau? Liegt ein besonderer und persönlicher Anlass vor, beispielsweise ein Geburtstag, eine Hochzeit oder die Geburt des Kindes, so darf der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter eine kleine Aufmerksamkeit im Wert von bis zu 60,- € steuerfrei zukommen lassen. Hierfür müssen allerdings einige Kriterien eingehalten werden: So muss zunächst der persönliche Bezug zum Beschenkten bestehen. Außerdem ist die Grenze von 60,- € pro Anlass zwingend einzuhalten und jeder Mitarbeiter darf nicht öfter als drei Mal im Jahr von den Zuwendungen profitieren. Zudem dürfen keine Geldgeschenke gemacht werden, da es sich aus steuerlicher Sicht um Sachzuwendungen handelt. Fällt es somit schwer das passende Geschenk für den jeweiligen Mitarbeiter zu finden, so kann das Geld auf die Prepaid-Kreditkarte geladen werden, mit der der Mitarbeiter dann sein „Wunschgeschenk“ kaufen kann.

Alternativen zur Gehaltserhöhung

Rabatte auf eigene Produkte

Eine weitere Variante der Nettolohnoptimierung sind Rabatte auf die eigenen Produkte, auch „Belegschaftsrabatt“ genannt. Sie sind steuer- und beitragsfrei, sofern die vom Arbeitnehmer zu zahlenden Preise den jährlichen Rahmen von 1.080,- € nicht überschreiten. Um das Finanzamt nicht auf sich aufmerksam zu machen, sollte diese Grenze penibel eingehalten werden. Generell ist zu empfehlen, geplante Maßnahmen direkt mit dem zuständigen Finanzamt abzustimmen.  Die Grenze ist unabhängig vom Anstellungsverhältnis, gilt also auch für Minijobber etc., die im Gastgewerbe viel eingesetzt werden.

 

Zuschüsse für Weiterbildungen & Kita

Grundsätzlich können auch Weiterbildungsmaßnahmen gewährt werden, für die weder Steuern noch Beiträge anfallen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Weiterbildung einen klaren Bezug zum Job hat und hier direkt anwendbar ist. Erfahrungen zeigen, dass diese Variante eher als Ergänzung und nicht als Alternative zur Gehaltserhöhung funktioniert. Dabei gibt es gerade im Gastgewerbe ein vielfältiges Weiterbildungsangebot, von dem nicht nur der Arbeitnehmer, sondern auch der Arbeitgeber in der Gastronomie und Hotellerie profitiert.

Anders sieht es da bei den Kita-Zuschüssen aus: Hier kann der Arbeitgeber einen Betreuungskostenzuschuss leisten, der die Familienkasse des Arbeitnehmers je nach Wohnort um bis zu 500,- € entlasten kann. Der Zuschuss ist für den Arbeitgeber steuer- und sozialabgabenfrei und kann für eine junge Familie einen enormen Anreiz schaffen.

  

Handy- und Telefonnutzung

Interessant dürfte auch die Möglichkeit der Bezuschussung von Handy- und Telefonnutzung sein. Telefoniert der Arbeitnehmer regelmäßig mit dem privaten Telefon für berufliche Zwecke, so lassen sich diese Aufwendungen vom Arbeitgeber pauschal beitrags- und steuerfrei erstatten. Dazu gehört auch das Grundentgelt des Telefonanschlusses entsprechend dem beruflichen Anteil.

Eine weitere Möglichkeit besteht im Leasing eines Smartphones über die Firma. Es handelt sich hierbei um einen „Überlassungsvertrag“, der die private Nutzung des Smartphones uneingeschränkt ermöglicht. Für Reparaturen oder einen möglichen Diebstahl muss der Arbeitnehmer allerdings selber aufkommen. Läuft der Leasingvertrag nach zwei Jahren aus, so kann der Mitarbeiter das Smartphone zu einem geringen Betrag von meist drei Prozent des ursprünglichen Kaufpreises erwerben.

 

Erholungsbeihilfe

Selbst der Bereich Urlaub bietet noch Spielraum zur Entgeldoptimierung:  So besteht für den Arbeitgeber die Möglichkeiten, dem Mitarbeiter eine Erholungspauschale für sich und seine  Familienmitglieder zu gewähren. Insgesamt sind 156,- € für den Arbeitnehmer, 104,- € für den Partner/die Partnerin und 52,- € pro Kind realisierbar. Sofern der Arbeitnehmer die Pauschalsteuer übernimmt, bedeutet dies eine Erholungsbeihilfe in Höhe von 364,- € – ein Betrag, den sicherlich jede Familie gut gebrauchen kann.

Alternativen zur Gehaltserhöhung


Teamboni

Zu guter Letzt sollte auch die Möglichkeit von Teamboni nicht außer Acht gelassen werden, mit denen wir uns in unserem letzten Blogbeitrag umfassend beschäftigt haben. Diese sind an das Erreichen bestimmter Unternehmensziele geknüpft und werden monatlich oder quartalsweise an die Mitarbeiter ausgezahlt. Positive Nebeneffekte sind eine erhöhte Mitarbeitermotivation und ein gestärkter Teamgeist, da das gesteckte Ziel nur durch gemeinschaftliche Arbeit zu erreichen ist. Allerdings eignet sich diese Variante nicht für jeden Betrieb. Der Erfolg von Teamboni ist maßgeblich von Teamgröße und Unternehmensstrukturen abhängig. So zeigen Studien, dass eine Größe von fünf bis zehn Mitarbeitern ideal ist; doch auch in größeren Teams kann das Prinzip funktionieren. Zudem sollte es sich um ein „organisches Team“ handeln, bei dem es keine individuellen Leistungsmaßnahmen gibt, sondern das Produkt in enger Zusammenarbeit entsteht. Ein gutes Beispiel ist hier ein Bäckereiteam. Lässt sich die Leistung jedes Einzelnen jedoch gut messen, so sollte eher ein individueller Bonus in Betracht gezogen werden.

 

Fazit: Individuelle Alternativen zur Gehaltserhöhung 

Die vorgestellten Alternativen zeigen: Es gibt viele Wege dem Arbeitnehmer seine Wertschätzung zu zeigen und gute Arbeit zu belohnen. Sicherlich können sie eine Gehaltserhöhung nicht komplett ersetzen, aber gerade in Kombination einen echten Mehrwert schaffen. Insbesondere die Möglichkeit, individuelle Bedürfnisse und Lebenssituationen zu berücksichtigen, kann zu einer noch größeren Wertschätzung führen, als es alleine durch monetäre Anreize möglich wäre. Es lohnt sich also genau hinzuschauen und kreativ zu werden! Denn bekanntlich gilt es nicht nur, gute Mitarbeiter zu finden, sondern diese dann auch an den Betrieb zu binden.

 

Hinweis: Hierbei handelt es sich um unverbindliche Informationen. Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen, welche auch keine individuelle Rechtsberatung darstellen.

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Antonia Kühn

Schulung & Kiundenbetreuung, gastromatic

Antonias Leidenschaft ist die Hotellerie. Nach ihrer Lehre zur Hotelfachfrau hat sie sich in ihrem Masterstudium das notwendige Management-Know-How angeeignet, um anschließend drei Jahre lang den Vertrieb bei einer internationalen Hotelkette zu schmeißen. Dieses umfassende Wissen nutzt sie jetzt, um unsere Neukunden optimal zu schulen und unseren Blog mit spannenden Branchen-Insights zu füllen.

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